Natur

Was sind Wildstauden ?

Stauden sind Pflanzen, die im Frühjahr ausschießen und sich bei Frost wieder zurückziehen, sie sind mehrjährig und kommen jedes Jahr wieder. Bei Wildstauden handelt es sich um natürlich vorkommende Arten, die nicht durch die Zucht verändert wurden. 

Staudenbeete sind vor allem geeignet für kleinere Bereiche, die besonders hervorstechen sollen, wie zum Beispiel im Vorgarten. Für größerer Areale die erblühen sollen, würden wir eher eine eingesäte Blumenmischung empfehlen, diese ist weniger pflegeintensiv und hat einen noch höheren Nutzen für unsere Tierwelt. 

Einheimische Wildstauden für Insekten und Vögel

Legt man sein Beet hauptsächlich mit Wildstauden an und achtet zusätzlich darauf einheimische Arten mir unterzumischen, dann bietet man Schmetterlingen, Wildbienen und Hummeln einen reichen Mittagstisch. Die Insekten haben sich nämlich über die Jahrzehnte an die heimische Flora angepasst und vor allem seltenere Arten (die oft auf bestimme Pflanzen spezialisiert sind) sind auf heimische Blumenarten angewiesen.

Wenn Sie die vertrockneten Stauden über den Winter stehen lassen und sie erst im Frühling zurückschneiden, bieten die Stauden außerdem Samen und Früchte für die Gartenvögel, die bei uns überwintern und dienen als natürliche Futterspender. 

Pflanzenauswahl und Gestaltung

Bevor man mit der Planung seines Staudenbeetes beginnt, ist es wichtig den Standort zu kennen. Die Beete können auf fast allen Böden angelegt werden, die Pflanzenauswahl muss allerdings an den Standort angepasst sein. Berücksichtigt werden Sonnen oder Schattenlage, Trockenheit oder Feuchtigkeit des Bodens. Bei der Gestaltung kann man sich anschließend mit Farben, Höhe der Pflanze, Form der Blüte und Blühzeiten austoben. Für die Auswahl der Stauden können Sie sich an der Liste der Aktion A voller Bléi“ des MECO inspirieren. 

Im Staudenbeet unterscheiden wir zwischen Leitstauden, Begleitstauden und Bodendeckern. Die Leitstauden dominieren das Beet und werden einzeln oder in 2er Gruppen in einer Dichte von 3 St./m2 gepflanzt, die Begleitstauden werden in einer Dichten von 5 St./m2, die Bodendecker in einer Dichte von 9 St./m2 gepflanzt. Die Stauden werden oft mit Kleingehölzen wie Rosen (für typische luxemburgische Varianten besuchen Sie die Patrimoine Rose) kombiniert. Zwiebelpflanzen ergänzen das Beet, hier finden Sie eine Auswahl an geeigneten Arten („A voller Bléi“, MECO).

Beispiel für Pflanzpläne finden Sie zahlreich im Internet, so können Sie sich zum Beispiel beim NABU inspirieren oder in folgendem Buch nachschlagen : Brigitte Kleinod und Friedhelm Strickler : Schön wild ! Attraktive Beete mit heimischen Wildstauden im Garten (pala Verlag). 

Bei der Anlage des Beetes sollte auf jeden Fall auf ein Vlies verzichtet werden, dieses setzt sich mit der Zeit zu und es entsteht Staunässe. Auch Mulch hat in einem Staudenbeet nichts zu suchen. Um das Aufkommen von Fremdaufwuchs zu unterdrücken, sollten die Stauden dicht genug gepflanzt werden. Im ersten Jahr kann man zusätzlich einjährige Wildblumenarten für eine schnelle Bodenbedeckung einsäen.

Die Stauden werden zwischen März und Mai oder im Herbst gepflanzt. Bei der Auswahl greift man am besten auf Naturstauden aus dem Fachmarkt zurück. Zuerst wird die Grasnarbe entfernt und der Boden aufgelockert. Bevor man die erste Pflanze setzt, verteilt man die gesamte Auswahl auf der Fläche. In einem kreisförmigen Beet werden die Leitstauden in die Mitte gesetzt, befindet sich das Beet entlang einer Mauer oder sonstigen Abgrenzung, kommen die Leitstauden nach hinten. Die flachwachsenden Bodendecker werden am vorderen Rand verteilt. Bevor man die Stauden in das für sie ausgehobene Loch setzt, werden sie in Wasser getunkt oder nach dem Pflanzen reichlich angegossen. Bei sehr artenarmen Böden, kann man auch etwas Kompost unterheben.

Der Unterhalt meines Staudenbeetes

Die Pflege der Staudenbeete ist vor allem in den ersten Jahren wichtig. Im Anwachsjahr sollte regelmäßig gewässert werden. Bis die Staudendecke den Boden gänzlich bedeckt muss der Fremdaufwuchs gezielt gejätet werden. Je nährstoffarmer der Boden, desto geringer ist der Pflegeaufwand.

Die Samenstände der Stauden sollte man über den Winter stehen lassen, da einige Insekten diese zur Überwinterung nutzen und die Vögel sich über den Winter an den Samen und Früchten erfreuen. Im zeitigen Frühjahr werden die abgestorbenen Blätter und Samenstände dann abgeschnitten.