Bilche (z. B. Siebenschläfer, Gartenschläfer, Haselmaus) und Igel sind auf sichere, trockene und störungsarme Rückzugsmöglichkeiten angewiesen, welche in aufgeräumten Gärten oft nicht mehr vorhanden sind. In Kombination mit einer naturnahen Gartengestaltung kann man mit einfachen Nisthilfen und etwas Strukturvielfalt wertvolle Quartiere schaffen – vom Sommerversteck bis zum Winterquartier.
Gemeinsam für mehr Vielfalt : Nisthilfen im Garten integrieren
In aufgeräumten Gärten fehlen oft natürliche Baumhöhlen, dichte Hecken sowie Laub- und Holzhaufen. Gut platzierte Nisthilfen bieten nicht nur Schutz vor Witterung und Raubtieren, sondern unterstützen die Reproduktion und erhöhen die ökologische Funktion vom heimischen Garten.
Wie kann man Igel und Bilche unterstützen ?
Zunächst ist es wichtig, dass die überwiegend nachtaktiven Igel und Bilche ihren Lebensraum auf direktem Wege durchqueren können : So helfen bereits Öffnungen in Zäunen, oder kleine Rampen, um von einem Garten zum nächsten zu gelangen. Weiterhin sollte man Gefahrenquellen, wie z. B. offene Schächte, Schwimmbecken sowie scharfe Kanten abtrennen. Zudem sollte der Mähroboter nur für die Mahd tagsüber programmiert sein.
Ein naturnaher Garten lässt sich leicht durch Nisthilfen in einheimischen Heckenstrukturen ergänzen : Die Unterschlüpfe können oft sowohl als Tagesversteck als auch als Winterschlafquartier dienen, bei Sieben- und Gartenschläfer auch als Sommer- und teils Familienquartier.
Was gilt es beim Bau sowie Anbringung zu beachten ?
Igel- und Bilchkästen sollten stets an ruhigen, windgeschützten und vor Fressfeinden geschützten Standorten im Garten platziert werden. Beide Arten profitieren von einer naturnahen Umgebung mit dichter Vegetation und Rückzugsstrukturen.
Ein gut konstruiertes Igelhaus verfügt über einen separaten verwinkelten Eingangstunnel, der als Vorraum dient und wirksamen Schutz vor Fressfeinden bietet. Für den Bau empfiehlt sich sägeraues unbehandeltes Nadelholz (z. B. Fichte, Tanne, Kiefer) bzw. langlebiges Hartholz (Eiche od. Robinie).
Der optimale Standort befindet sich : zwischen dichter Bepflanzung, an einer leicht erhöhten Stelle, in der Nähe von Laub- oder Reisighaufen.
Von außen sollte man gelegentlich prüfen, ob das Häuschen stabil und trocken steht. Als Einstreu eignet sich trockenes Laub als Grundmaterial ; ergänzend können Stroh oder Heu angeboten werden. Papier ist ungeeignet, da es Feuchtigkeit zieht und Schimmel fördert.
Das Innere sollte nicht zu dicht gefüllt werden, damit der Igel seinen Schlafplatz nach eigenen Vorstellungen gestalten kann. Es sollte nicht mehr als ein Igelhaus pro Garten aufgestellt werden, da Igel ihre Artgenossen außerhalb der Paarungszeit nicht im Revier dulden.
Bilche nutzen häufig Vogelnistkästen in Bäumen oder Hecken. Spezielle Bilchkästen verfügen jedoch über Eingangslöcher an der Rückseite, sodass die Tiere direkt über den Stamm ins Innere gelangen können. Dies reduziert Störungen und mindert die Konkurrenz mit brütenden Vögeln.
Für Haselmäuse können gezielt kleinere Zugangslöcher vorgesehen werden, da sie aufgrund ihrer geringen Körpergröße andere Arten ausschließen. So lassen sich Haselmäuse fördern, während Sieben- und Gartenschläfer in Kästen mit größeren Löchern einziehen.
Die Kästen sollten idealerweise in dichten Hecken oder Strauchbereichen hängen, durch Kletterverbindungen erreichbar sein, in einer Höhe zwischen 1,5 und 3 Metern angebracht werden und nicht frei exponiert in den Kronenbereichen hängen, da dies Bilche meiden.
Pflege und Umgang
Während der Herbst- und Wintermonate dürfen die Behausungen weder geöffnet noch bewegt werden, da sich Tiere darin zum Überwintern aufhalten können. Eine Reinigung sollte erst dann erfolgen, wenn sicher ist, dass kein Tier mehr im Inneren nistet – in der Regel im Frühjahr.
Bilchkästen können im mehrjährigen Abstand zwischen Januar und März kontrolliert werden (ohne die Bilche aufzuwecken), und die Moosnester im Inneren können bei Bedarf erneuert werden. Beschädigte Kästen sollten ausgetauscht werden.
Igelkästen können jährlich ab Anfang Mai gereinigt werden. Für die Reinigung wird das alte Nistmaterial vollständig entfernt und der Innenraum mit einer trockenen Bürste ausgefegt. Auf den Einsatz von Seife oder chemischen Reinigungsmitteln sollte grundsätzlich verzichtet werden, um die Tiere nicht zu gefährden und die natürliche Geruchsmarke der Unterkunft zu erhalten. Bei starker Verschmutzung kann das Häuschen mit heißem Wasser und einer Bürste gereinigt, in der Sonne getrocknet und am gleichen Ort wieder aufgestellt werden. Achtung : Handschuhe tragen !
Wie Igel und Bilche die Vielfalt im Garten bereichern
Igel und Bilche gehören zu den stillen Bewohnern naturnaher Gärten und zeigen, dass ein Privatgarten vielfältige Strukturen sowie ruhige Rückzugsmöglichkeiten bieten kann.
Durch ihre Lebensweise tragen diese Arten zur ökologischen Vielfalt bei. Sie bewegen sich in unterschiedlichen Vegetationsschichten und unterstützen durch ihre Nahrungsauswahl die natürliche Verbreitung heimischer Pflanzen. Ihre Anwesenheit ist ein Hinweis darauf, dass ein Garten kleinteilig, abwechslungsreich und behutsam gepflegt wird.
Ein Garten, der regelmäßig von Igeln und Bilchen besucht wird, gilt daher als ökologisch wertvoll. Die Strukturen, die diesen Arten zugutekommen, schaffen auch für viele weitere Tier- und Pflanzenarten geeignete Lebensbedingungen. Wer Igeln und Bilchen Rückzugsorte und passende Nisthilfen anbietet, stärkt gleichzeitig die biologische Vielfalt im eigenen Umfeld.
Wie erwähnt bevorzugen diese nachtaktiven Kleinsäuger besonders strukturreiche und naturnahe Gärten. Daher sei an dieser Stelle auf die weiteren Artikel zur naturnahen Gartengestaltung verwiesen, die zusätzliche wertvolle Hinweise bieten.